Machu Picchu auf eigene Faust

Von Cusco aus machte ich mich auf ins Heilige Tal der Inka. Es ging zu einem der 7 Weltwunder der Neuzeit, dem sagenumwobenen Machu Picchu! Und zwar auf eigene Faust und ohne das Buchen einer der ohnehin überteuerten Touren, die über den Inca Trail, den Salkantay Trek oder Jungle Trek nach Machu Picchu führen.

Hin und wieder ist eine organisierte Tour sicherlich vollkommen o.k., sofern das Preis-Leistungsverhältnis passt. Insgesamt bin ich aber kein großer Fan von solchen Touren und schlage mich stattdessen lieber alleine durch. Die Erlebnisse sind authentischer und man hat auch einfach mehr Ruhe und Zeit zum genießen.

Im Vorfeld habe ich mir viele Gedanken darüber gemacht, ob ich Machu Picchu tatsächlich besuchen soll, da die heilige Stätte inzwischen vom Massentourismus erschlagen wird. Andererseits bin ich vielleicht auch nur einmal in meinem Leben an diesem magischen Ort und daher habe ich mich dazu entscheiden Machu Picchu zu besuchen.

In Cusco selber erhält man nicht allzu viele Infos über alternative Routen nach Machu Picchu. Vielmehr wollen die Tourismus-Unternehmen ihre teuren Tickets nach Machu Picchu verkaufen, die 500 $  und mehr kosten. Die Leute in meinem Hostel gaben mir aber einige nützliche Tipps.

Und so machte ich mich auf und suchte mir zunächst einmal ein Collectivo von Cusco nach Santa Teresa. Die meisten Kleinbusse fahren jedoch nur bis Urubamba, wo man einmal umsteigen muss. In Urubamba machte ich eine kurze Pause mit meinem Frühstück „On the Road“. Es warteten hier bereits einige Leute auf die Weiterfahrt nach Santa Teresa und ich schloss mich ihnen an.

Santa Terea Peru

Auf ins Heilige Tal der Inka

Santa Terea Peru

Auf dem Weg nach Santa Teresa

Santa Terea Peru

Ausblick aus dem Collectivo

Nach einer guten halben Stunde ging es schließlich weiter. Die Fahrt von Urubamba nach Santa Teresa dauerte ungefähr 5 Stunden. Insgesamt löhnte ich 30 Soles (ca. 10 Dollar) für die Fahrt nach Santa Teresa, was verglichen mit den üblichen Touri-Preisen ein echtes Schnäppchen war. Mit Fredi, Jay, Evelyn und deren Freund lernte ich im Bus sofort nette Leute kennen, die ebenfalls nach Santa Teresa wollten.

Dort angekommen legten wir unsere Klamotten im Hostel ab und besuchten die nahe gelegenen Termales „Cocalmayo“. Bei einer Badewassertemperatur von 38 Grad Celsius und den Bergen im Hintergrund war dies die perfekte Gelegenheit zum relaxen.

Termales Cocalmayo

Entspannung in den Termales von Cocalmayo

Santa Teresa

Ausblick aus dem Hostel in Santa Teresa

Am Abend suchten wir eine der beiden Bars im winzigen Santa Teresa auf, um ein wenig Spaß zu haben. Uns wurde gesagt, dass dort am Abend etwas los sei. Wie fast zu erwarten waren wir aber die Einzigen auf der Tanzfläche 🙂 Bei einigen Cervezas und Piscos hatten wir aber dennoch unseren Spaß. Am späten Abend fanden wir dann doch noch eine Privatparty und tanzten hier ein wenig ab. Die Leute auf der Party kamen von einer Salkantay-Tour und feierten später im Hostel noch weiter, was die Nacht nicht sonderlich geruhsam werden ließ.

Am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück zu Fuß weiter von Santa Teresa nach Hidroelectrica. Die Wanderung ging durch das Heilige Tal der Inka entlang des Rio Urubamba und führte mich begleitet von Bananenplantagen durch eine einzigartige Bergwelt. Hier konnte ich über das Leben philosophieren oder einfach nur die wundervolle Landschaft genießen.

Rio Urubamba

Herrliche Wanderung entlang des Rio Urubamba

Tolle Landschaft auf dem Weg von Santa Teresa nach Hidroelectrica

In Hidroelectrica angekommen war es dann vorbei mit der Ruhe, denn hier stoßen die Horden von Touristen vom Inca Trail und Salkantay Trek hinzu. Von Hidroelectrica aus geht es entlang der Bahnschienen, deren Züge die besser betuchten Touristen kutschiert, weiter nach Aguas Calientes. Auf dem Weg hierher umrundet man Machu Picchu und man bekommt die heilige Stätte immer wieder zu Gesicht. Ich traf auch wieder auf meine Freunde aus Santa Teresa. Für die gesamte Strecke von Santa Teresa nach Aguas Calientes benötigte ich ca. 7 Stunden.

Hidroelectrica nach Aguas Calientes

Zugstrecke von Hidroelectrica nach Aguas Calientes

Hidroelectrica nach Aguas Calientes

Gemeinsam mit guten Freunden entlang der Zugstecke nach Aguas Calientes

Das kleine Dorf Aguas Calientes liegt am Fuße von Machu Picchu und existiert vor allem aufgrund des Massentourismus. Für mich persönlich war das Dorf mit einer negativen Energie belastet, da es nicht natürlichen Ursprungs ist und es hier ausschließlich ums „Dollargeschäft“ geht. Ich fühlte mich nicht sonderlich wohl und machte mich bereits am nächsten Morgen auf zum Unesco Weltkulturerbe.

Um nach Machu Picchu zu gelangen hat man erneut zwei Möglichkeiten. Man kann den Bus von Aguas Calientes aus nehmen, was das Portemonaie um gute 40 $ erleichtert. Oder man geht zu Fuß und überwindet die 1700 Stufen bergauf. Dies weckte meinen sportlichen Ehrgeiz und es hörte sich zudem spannender an. Für die Stecke benötigt man gut 1 Stunde (je nach Kondition).

Da der Einlass in Machu Picchu um 6 Uhr beginnt machte ich mich bereits um 5 Uhr morgens auf. Und freilich ist man nicht alleine unterwegs auf der Strecke 🙂 Oben angekommen reihte ich mich in die noch überschaubare Schlange von Touristen ein. Kontrolle mit Ticket und Perso und los gings!

Beim Betreten der Festung wurde mir auf Anhieb klar, warum man Machu Picchu als die „Stadt in den Wolken“ bezeichnet. Die kompletten Ruinen waren in Nebelschwaden eingetaucht.

Blick auf den Wayna Picchu

Hoch über der "Stadt in den Wolken"

Bis heute ist die Existenz von Machu Picchu nicht vollständig geklärt und es ranken sich diverse Theorien über deren Zweck. Die Inkas nutzen die Stätte nicht sonderlich lange. Nicht einmal hundert Jahre nach deren Erbauung in 1450 n. Chr. wurde Machu Picchu bereits wieder verlassen.

Zunächst besuchte ich nicht die heilige Stätte selber, sondern ging noch einige Höhenmeter weiter bergauf zum Aussichtspunkt. Von hier aus hat man einen tollen Blick auf den Wayna Picchu, einen gegenüberliegenden Berggipfel, der hinter der eigentlichen Festung gelegen ist. Nach und nach lösten sich die Wolken auf und die Sonne kam heraus. Vom Mirador aus hatte man nun einen grandiosen Blick auf den Wayna Picchu – einfach großartig!

Blick auf den Wayna Picchu

Ausblick auf den Wayna Picchu

Blick auf den Wayna Picchu

Blick auf den Wayna Picchu über den Ruinen

Anschließend ging es zum Besuch der eigentlichen Ruinen. Was die Inkas hier über 500 Jahre zuvor hoch in den Anden geschaffen hatten ist der Wahnsinn. Die Festung ist riesig und auf den Hängen erkennt man die großen Terrassen, auf denen die Inkas mit einem ausgeklügelten Bewässerungssystem Mais und Kartoffeln anbauten. Zudem kann man durch die gut erhaltenen Steinhäuser und Tempel spazieren, die ausschließlich von der Aristokratie genutzt wurden.

Machu Picchu

Wohnhäuser und Terrassen in Machu Picchu

Machu Picchu

Beim Schlendern durch die Ruinenstadt

Machu Picchu

Von den Inkas angelegte Terrassen

Gegen 11 Uhr morgens kam der Großteil der Touristen per Bustransfer an der Anlage an. Für mich war dies der Zeitpunkt zurück zu kehren. Erneut ging es die 1700 Treppenstufen bergab nach Aguas Calientes. Für mich hat sich der Besucht von Machu Picchu auf jedem Fall gelohnt. Es ist ein mystischer Ort und das Gefühl oben in den Wolken über den Ruinen zu stehen ist einzigartig.

Am nächsten Tag trat ich die Rückreise nach Cusco an. Zunächst wanderte ich entlang der Schienen über Kilometer 82 und Piscachucho nach Ollantaytambo. Dies war ein langer Hike und ich war froh, als ich in Ollantaytambo ein Collectivo nach Cusco erwischte. Kurioserweise traf ich im Kleinbus ausschließlich auf deutsche Reisegenossen 🙂

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