Todesangst auf dem Weg nach Panama City

Von Rambála aus ging die Motorrad Tour weiter in Richtung Panama City. Es hatte die ganze Nacht hindurch geregnet und auch am morgen wurde es kaum besser. Aber das Fahren im Regen war ich ja mittlerweile gewohnt 😉

Mein Plan für die heutige Tour war es, dass Gebirgsmassiv im nördlichen Panama (Cordillera Central) zu überwinden, um schließlich die Provinz Chiriqui auf der Pazifikseite des Landes zu erreichen. Denn dies war schließlich der schnellste Weg nach Panama City.

Der erste Teil der Strecke war eine Tortur und ich sollte an meine mentalen und körperlichen Grenzen kommen. Regen und starke Windböen wechselten sich ab und wurden stärker, je mehr ich mich in Richtung Gipfel bewegte. Auf der Gebirgsspitze angekommen, war der Wind derart stark, dass ich mit dem Motorrad fast weggeblasen wurde. Geistesgegenwärtig ging ich stramm in die Eisen und betätigte sofort den Notausschalter für den Motor.
Als mein Blick nach rechts schweifte sah ich, wie es einige hundert Meter bergab ging. Und das ganz ohne Leitplanke. Diverse Adrenalinschübe durchzogen meinen Körper. Das erste mal in meinem Leben empfand ich so etwas wie „Todesangst“. Ich konnte das Motorrad weder zuvor noch zurück bewegen und harte mit einem Stoßgebet zum Himmel einfach auf der Stelle aus. Nach einigen Minuten, die mir wie eine halbe Ewigkeit vorkamen, wurde ich tatsächlich erhört.

Ein Einheimischer kam mir mit seinem Kleinbus zur Hilfe und signalisierte, dass er als Windschild fungiere. Er fuhr mit seinem Bus nah an mich heran. Ich hatte riesige Angst die Bremsen zu öffnen, doch mir blieb keine Wahl. Im Windschatten ließ ich mein Motorrad ganz langsam bergab rollen und konnte auf diese Weise schließlich den Berggipfel überwinden. Nach einer Weile hielt ich gemeinsam mit dem Busfahrer an. Ich viel ihm um den Hals, denn er hatte mir gerade mal soeben das Leben gerettet!

Auf dem Weg ins Tal wurde ich dann von der aufgehenden Sonne mit Blick auf die weiten Ebenen Panamas begrüßt. Es machten sich starke Glücksgefühle in mir breit. Der Kontrast zwischen den ausgestandenen Todesängsten und dem Blick auf die Schönheit der Natur Panamas hätte extremer nicht ausfallen können. Endgültig ließ ich den Regen hinter mir und genoss die Freiheit.

Cordillera Central Panama

. . . über die Gipfel der Cordillera Central . . .

Motorradtour von Rambàla nach David Provinz Chiriqui

Wetterumschwung auf der Fahrt zum Gipfel

Motorradtour Panama alexgehtaufreisen.de

Geschafft! Immer locker durch die Hose atmen . . .

Sonnenaufgang über den Ebenen Panamas reiseblog südamerika und mittelamerika

Sonnenaufgang über den weiten Ebenen Panamas

Oh, wie schön ist Panama reiseblog mittelamerika

Oh, wie schön ist Panama!

Übernachtung an der Panamericana

Irgendwann erreichte ich dann die Abzweigung zur Panamericana in der Nähe der Stadt David. Von nun an konnte ich wieder aufs Gas drücken und Kilometer machen. Kurz vor der Dämmerung sah ich mich nach einer Übernachtungsmöglichkeit um.

Bei einem Abstecher auf einen Rastplaltz an der Panamericana, erkundigte ich mich beim Sicherheitspersonal ob es möglich sei, mein Zelt auf dem Rastplatz aufzuschlagen. Die Kollegen von der Security waren etwas überrascht über meine Anfrage, willigten nach kurzer Überlegung aber ein. Im Gegenzug spendierte ich Ihnen eine kalte Cola.

Mein Zelt baute ich am Ende des Rastplatzes auf einer Grünfläche auf. Dies war der perfekte Ort, denn ich bekam von den Motorgeräuschen der Panamericana kaum etwas mit. Bei 20 Grad Außentemperatur und mit Blick auf den Vollmond schlief ich äußerst zufrieden ein. Am nächsten morgen verabschiedete ich mich von den netten Sicherheitsmenschen und düste weiter in Richtung Panama City.

Rastplatz an der Panamericana Central in Panama

Rastplatz an der Panamericana Central

Panama City und Motorrad Verladung in Colón

In Panama City angekommen fuhr ich erst einmal zum Balboa Yachtclub. Der Balboa Yacht Club liegt unmittelbar am Panamakanal. Hier trifft man häufig noch weitere Reisende an, die ebenfalls von Panama nach Kolumbien weiter reisen möchten. Ich hatte hier ein Date mit Nicolas, einem Weggefährten für meine Überfahrt nach Kolumbien. Nicolas wollte mit seinem Toyota Land Cruiser ebenso so wie ich nach Kolumbien übersetzen.

Ich kannte Nicolas bereits aus Costa Rica, wo wir gemeinsam unseren groben Plan geschmiedet hatten. Dieser Plan war derart verortet, dass wir uns gemeinsam mit dem Peruaner Harry einen Container teilen wollten, in welchem unsere Fahrzeuge nach Südamerika verschifft werden sollten.
Am Yachtclub angekommen berichtete mir Nicolas aber dann, dass Harry Probleme mit den Papieren am Grenzübergang zu Honduras hatte und es wohl nicht mehr rechtzeitig zur Verschiffung der Fahrzeuge schaffen würde. Das war so ziemlich der Worste Case, denn wir hatten alles schon terminiert und unsere Flüge nach Cartagena waren auch schon gebucht. Wir verbrachten den kompletten Rest des Tages damit, in Reiseforen nach weiteren Partnern für unseren Übersee Container zu suchen.

Unsere Anstrengungen wurden schließlich belohnt. Wir fanden Florin und Diana aus Rumänien, die mit ihrem BMW-Motorrad nach Kolumbien unterwegs waren. Wir organisierten ein Treffen am Balboa Yacht Club und uns war sehr schnell klar, dass wir die Überfahrt gemeinsam angehen würden. Nicolas und ich waren erstmal erleichtert.

Am nächsten Tag starteten wir gemeinsam mit den bürokratischen Dingen. Bei der obligatorischen Inspektion unserer Fahrzeuge erhielten wir ein wichtiges Papier. Anschließend trafen wir uns am Yacht Club mit einem weiteren Motorrad Pärchen, Amanda und Juan. Die Beiden wollten ebenfalls nach Südamerika und wir freuten uns über den „Nachwuchs“. Amanda und Juan holten die Inspektion für ihr Motorrad am nächsten Tag nach.

An einem Freitag morgen fuhren wir gemeinsam mit der ganzen Truppe von Panama City zur Hafenstadt Colón. Von hier aus wurden unsere Fahrzeuge für die Überfahrt nach Cartagena startklar gemacht. Mit einem Jeep und drei Motorrädern hielten sich die Kosten für das Übersetzen nach Südamerika zum Glück einigermaßen in Grenzen. Boris, der von uns angeheuerte Agent war sehr nett und half uns bei allen Belangen weiter. Gegen Mittag war die Verladung abgeschlossen und wir fuhren mit dem Bus zurück nach Panama City.

Unseren letzten Abend in Panama City verbrachten wir in der Altstadt „Casco Viejo“. In einem netten Pub stießen wir auf den anstrengenden, aber gelungenen Tag an. Am nächsten morgen ging es zu sechst zum Flughafen in Panama City. Nun hieß es endgültig Abschied nehmen von Mittelamerika. In über 4 Monaten hatte ich eine großartige Zeit und viele viele unvergessliche Momente. I will never forget!

Skyline von Panama City bei Nacht reiseblog mittelamerika

Blick auf die Skyline von Panama City bei Nacht

Panama Stadt reiseblog mittelamerika

Towers in Panama City

Panama City reiseblog mittelamerika und südamerika

Panama Stadt

Panama Stadt reiseblog südamerika und mittelamerika

. . . Blick vom Hostel auf die City . . .

Panama City reisblog lateinamerika alexgehtaufreisen

Promenade zwischen Altstadt und Geschäftszentrum

Panama Kanal Panama City

Panama Kanal

Puente de las Américas Panama City

Blick auf die Puente de las Américas

Balboa Yacht Club Panama City

. . . vor dem Balboa Yacht Club . . .

Mit Nicolas beim Lunch vor dem Balboa Yacht Club alexgehtaufreisen.de

Mit Nicolas beim Lunch vor dem Balboa Yacht Club

Riesiges Frachtschiff auf dem Panama Kanal alexgehtaufreisen.de

Riesenfrachter auf dem Kanal

Sonnenuntergang über Panama City

Sonnenuntergang über Panama City

Auf dem Weg nach Colón alexgehtaufreisen.de

Auf dem Weg nach Colón

Verladung der Fahrzeuge am Hafen in Colón

Verladung der Fahrzeuge am Hafen in Colón

Verladung in Colón alexgehtaufreisen.de

Alles cool!

Verladung des Land Cruiser in Colón

Verladung des Land Cruiser

Verladung am Hafen in Colón alexgehtaufreisen.de

. . . das war Millimeterarbeit . . .

Verladung eines Motorrades vor der Überfahrt nach Südamerika alexgehtaufreisen.de

. . . und Klappe zu . . .

Busstation Colón

Busstation in Colón

Casco Viejo Panama City

Casco Viejo

Pub in Casco Viejo

Im Pub in Casco Viejo

Casco Viejo Panama City

. . . lecker Cervezas . . .

Flughafen Panama City

Auf geht's mit Viva Colombia nach Cartagena

Mehr Informationen/Reisetipps:

Panama City ist mit ca. 800.000 Einwohnern die größte Stadt innerhalb des Staates Panama. Es ist gleichzeitig die Wirtschaftsmetropole des Landes. Seit der Veröffentlichung der Panama Papers hat Panama City allerdings einen unrühmlichen Ruf als Steueroase erlangt.

Panama City ist keine wirkliche Schönheit. Zwar ist die Wolkenkratzer Skyline durchaus beeindruckend, aber die Stadt konnte mich nicht in seinen Bann ziehen. Einmal hatte ich versucht die Stadt zu Fuß zu erkunden. Allerdings gibt es kaum Fußgängerwege, so dass man ständig aufpassen muss, nicht über den Haufen gefahren zu werden. Wer nicht gerade mit dem eigenen Fahrzeug unterwegs ist und die Stadt erkunden möchte, sollte somit besser den Bus nehmen.

Aus meiner Sicht gibt es in Panama City vor allem zwei touristisch interessante Ziele. Hierbei handelt es sich um den Panama Kanal und das historische Stadtzentrum „Casco Viejo“. Der 77 Kilometer lange Panama Kanal ist schon ein riesen Bauwerk. Er verbindet den atlantischen mit dem pazifischen Ozean. Es gibt ein Besucherzentrum, in dem man auch die Schleusen besuchen kann. Leider waren wir mit der Verladung unserer Fahrzeuge zeitlich ziemlich beansprucht und ein Besuch der Schleusen hat nicht ins Zeitbudget gepasst.

Nach Casco Viejo gelangt man über eine schöne Promenade. Hier ist vor allem Abends sehr lebendig. Die Leute lassen die Seele baumeln oder kaufen sich etwas an einem der vielen Street Food Stände. Casco Viejo hat mir wirklich gut gefallen. Die Altstadt wurde vor einigen Jahren mit viel Geld renoviert. Heute gibt es hier zahlreiche schöne Bars und Restaurants, die zum verweilen einladen.

Für alle diejenigen Reisenden, die von Panama aus nach Südamerika weiterziehen wollen, gibt es prinzipiell zwei Wege. Zum einen besteht die Möglichkeit, von Panama City aus zu fliegen. Dies ist sicherlich die unspektakulärere, aber auch günstigere Variante. Da ich bereits so einige Dollars für den Transport meines Motorrades berappeln musste, war der Flug für mich die bessere Alternative. Mit 150 $ war der Flug mit Viva Colombia nach Cartagena eines echtes Schnäppchen.

Die zweite Möglichkeit, um nach Kolumbien zu gelangen, ist eine Segeltour über die San Blas Inseln. Die Qualität dieser Touren hängt nicht zuletzt stark vom Kapitän des Seglers ab. Ich habe von einigen Reisenden Berichte gehört, die sowohl sehr positiv, aber auch teils sehr negativ ausfielen. Aber ich möchte natürlich hier keine Horrorgeschichten erzählen 😉
Die Route über den atlantischen Ozean ist nicht zu unterschätzen, da es hier häufig zu einem starken Wellengang kommt und die Seekrankheit unbarmherzig zuschlägt. Die San Blas Inseln selbst sollen ein Traum sein. Schnorcheln und Tauchen sind auf San Blas die Hauptbeschäftigungen. Die Segeltour von Panama nach Kolumbien lassen sich die Anbieter fürstlich vergüten. Für den in der Regel 5-tägigen Segelturn muss man 500-600 $ auf den Tisch legen.

Warst du auch schon einmal in Panama? Wie waren deine Erfahrungen? Lass es mich wissen und schreibe einen Kommentar!

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