Wir schreiben Sonntag, den 21. August 2016. An diesem Tag startete ich die Reise meines Lebens. Endlich konnte ich meinen Traum leben und dem berühmten Hamsterrad für eine gewisse Zeit den Rücken kehren. Doch bis hier hin war es ein langer Weg. Aber vielleicht sollte ich zunächst einmal von vorne beginnen und euch davon berichten, wie es dazu kam . . .

♦ ♦ ♦ Wie ich zum Reisen kam ♦ ♦ ♦

Eigentlich war es schon immer mein lang ersehnter Traum für eine längere Zeit auszusteigen und frei wie ein Vogel um die Welt zu reisen. Bereits während meines Studium hatte ich die Idee für eine Weile ins Ausland zu gehen. Irgendwie sollte es aber nicht sein und so studierte ich schön brav zu Ende. Anschließend folgte der Einstieg ins Berufsleben und auch hier zogen die Jahre rasch ins Land.

Mein Traum vom Reisen lebte aber weiterhin und die Gedanken hieran flammten immer wieder auf. Innerlich wusste ich bereits, dass ich es bis ans Lebensende bereuen würde, wenn mein großer Traum vom Reisen nicht Realität werden sollte.

Eines Tages erschien mir dann der richtige Zeitpunkt gekommen. Als ein befristeter Arbeitsvertrag auslief fasste ich mir ein Herz und beschloss diesen nicht zu verlängern. Mein damaliger Teamleiter reagierte zunächst sichtlich irritiert. Doch schnell war ihm klar, dass ich es tatsächlich ernst meinte und so stellte er seine Bemühungen mich doch noch umzustimmen rasch ein. Ich war innerlich wie befreit und konnte es zunächst selbst kaum glauben, dass ich diesen Mut aufbrachte und meine große Reise Wirklichkeit werden würde.

"Reiseplanung und ganz viel Gänsehaut!"

Von nun an konnte es so richtig los gehen mit der Reiseplanung. Ich durchstöberte zahlreiche Weltreise Blogs, schaute Reisevideos bei YouTube und ließ mich inspirieren. Zunächst erstellte ich mir einen groben Plan über finanzielle Ressourcen, Wohnungsvermietung, zu beschaffende Utensilien, etc. Im Laufe der Zeit wurde die Planung immer detaillierter und konkreter. Mein Traum vom Reisen sollte war werden und ich bastelte ihn mir nach und nach zusammen! Allein beim dem Gedanken daran, dass es bald losgehen sollte, bekam ich eine Gänsehaut.

Zunächst peilte ich als Reisezeitraum ein halbes Jahr an. Doch schnell realisierte ich, dass mir dieser Zeitraum zu kurz erschien und ich erweiterte meine Vorstellung schnell auf mindestens ein Jahr. Doch wohin sollte die Reise gehen? Ich spielte mehrere Routen durch. Wichtig war mir hierbei immer, dass ich mit einem begrenzten Budget möglichst lange reisen kann.

Reiseabenteuer "Lateinamerika"

Und dann war auf einmal alles klar: Es sollte eine Abenteuerreise durch Mittel- und Südamerika werden! Hier gibt es freundliche Menschen, eine Menge Kultur und zudem könnte ich meine rudimentären Spanischkenntnisse verbessern. Außerdem hätte ich die Möglichkeit einen weiteren Traum umzusetzen, nämlich mit dem Motorrad über die Panamericana zu cruisen. Als Startpunkt der Reise legte ich Cancún auf der Halbinsel Yucatán in Mexiko fest. Von dort aus sollte es weiter in Richtung Südamerika gehen. Für den genauen Ablauf der Reise wollte ich möglichst flexibel sein. Kein Druck, kein Stress, wie häufig zuvor 😉

Die Zeit ging ins Land und bei meiner Reiseplanung umschiffte ich so einige Hürden. Mit der Untervermietung meiner Kölner Wohnung  lief zunächst nicht alles nach Plan. Einige Zwischenmieter, die mir bereits zugesagt hatten, sprangen kurzfristig doch noch ab. Aber Ende gut, alles gut! Letztlich fand ich doch noch eine Untermieterin, die in meine Dachgeschosswohnung einzog. Allerdings bereits 2 Monate früher als ursprünglich geplant. Da man als künftiger Weltreisender flexibel sein muss willigte ich schließlich ein und Alle waren zufrieden. Doch nun musste ich die Zeit irgendwie überbrücken. Glücklicherweise fing mich mein soziales Umfeld auf. Ich übernachtete auf diversen Couches und Sofas von guten Freunden und konnte mein künftiges Nomadenleben bereits vorab testen. Zudem ersparte ich mir die Wohnungsmiete für einige Zeit, was sich positiv auf mein Reisebudget auswirkte.

"Der Abschied"

Meine 2-monatige Nomadenzeit neigte sich langsam aber sicher dem Ende entgegen. Die letzten Tage in Köln gingen feucht fröhlich zu Ende. Mit Freunden und Kollegen teilte ich noch so einige Kölsch und mit allerlei Umarmungen verließ ich die Stadt am Rhein. Die letzten Wochen vor der Abreise verbrachte ich mit meinen Eltern, meiner Schwester und meinen Neffen. Und natürlich standen noch einige abschließende Reisevorbereitungen an. Mein Auto wurde abgemeldet und in der Garage meiner Tante „verpackt“, Reisemedizin wurde beschafft und die Auslandskrankenversicherung abgeschlossen. Und last not least erstellte ich meinen schönen Reiseblog „ALEXGEHTAUFREISEN“ 🙂

Einige Tage vor der Abreise feierte ich in meinem Heimatörtchen noch eine Abschlussparty mit guten Freunden und Verwandten. Und dann war es endlich soweit! An einem Sonntagmorgen schnürte ich mir den Rucksack auf den Rücken, verabschiedete mich von meinen Eltern und ließ mich von meiner Schwester zum Flughafen Köln/Bonn fahren. Bei der Verabschiedung machten sich große Gefühle und Gänsehaut Feeling breit. Mit einer Mischung aus Vorfreunde, Herzklopfen aber auch ein wenig  Wehmut stieg ich in den Flieger Richtung Mexiko.

In diesem Sinne:
„HASTA LA VISTA DEUTSCHLAND!“